Reality TV
März 17, 2008
An wievielen unschuldigen Toten ist reality TV mittlerweile schuld? Diese Frage wird keiner beantworten können, sogar wenn man die Gehirnzellen als Lebewesen nicht anerkennt. Wirklich krass war der Fall den ich letztens in der International Herald Tribune gelesen habe. Es geht um eine britische Reality Show die zusammen mit einer Polizeisondereinheit Täter verhaftet. Besser gesagt sie filmen und senden einen echten Polizeieinsatz trotz der bestehenden Annahme der Unschuldigkeit vor Gericht. Also ähnlich wie Bild macht diese Sendung so manchem das Leben kaputt, obwohl dieser Manche unschuldig sein könnte. Bei dem Einsatz über den der Artikel berichtet geht es darum dass die Polizei einen älteren Herren dabei erwischen wollte wie er einen Jungen bei sich daheim vergewaltigt. (Was an sich für eine TV Show schon ein sehr krankes Thema ist) Sie haben einen Anruf abgehört, doch leider ist der Junge zum ausgemachten Zeitpunkt nicht erschinen. Dass der Mann schuldig war stand eigentlich ausser Frage. Nun hat der „Regisseur“ dieser TV Show die Polizei dazu ermutigt das Haus zu stürmen damit die Show ihr Filmmaterial kriegt. Die Sondereinheit hat das Haus auf eine möglichst spektakuläre Art und Weise gestürmt und der Täter hat aus diesem Grund Suizid begangen. Nun hat die Sendung von der Schwester des Medienopfers eine Klage am Hals. Man kann natürlich über die wahren Motive dieser Klage spekulieren, genauso wie über den Ausgang der Ermittlungsoperation, wenn statt der Sondereinheit eine (wie es in solchen fällen üblich ist) normale Polizeieinheit den Mann verhaftet hätte. Doch eins steht fest: n+1 für Opfer des Reality TVs. Und so nebenbei: Der Selbstmord wurde in voller Pracht auf die britischen Bildschirme ausgestrahlt.