Spaß am Dienstag
März 4, 2008
Eins gleich vorab: ich habe heute absolut keinen Grund um mich zu beklagen. Wirklich nicht! Ich bin heute mit der Schischa im Mund aufgewacht. Bitte nicht falsch verstehen, aufgestanden bin ich schon davor, aber so richtig wach wurde ich erst nach dem ersten Schischazug. Kurz darauf durfte ich feststellen das es eventuell besser gewesen wäre wenn ich nicht mim Buch in der Hand eingeschlafen wäre. Oder zumindest nicht die ganze Nacht irgendwie komisch dagelegen wär. Oder zumindest kein Kreuzweh über Nacht gekriegt hätte.
Der heutige Tag musste einfach besser verlaufen, darum habe ich neben der Schischa noch schnell etwas Frühstückähnliches vorbereitet und hab mich mim Sandwich in der Hand und dem Schischaschlauch im Mund noch kurz ins Newerwinter Nights eingeloggt. Die nächste halbe Stunde war pures Chillen, etwas besseres kann es in der Früh einfach nicht geben. Kurz vorm Losgehen (eher Losrennen, da ich immer auf die letzte Sekunde warte) erfolgte eine kurze Wetterlagebesprechung mit mir selbst bei der ich mich überredet hab den Regenschirm doch noch mitzunehmen.
Den Zug nach Rosenheim wie immer mit Stil in der letzten Sekunde geschafft. Der Zug war wie immer voll mit schulpflichigen Kids und Hoppern. Die Mädels haben fleissig Latein und Französisch wiederholt, die Jungs haben natürlich über Fußball geredet. Die Hopper… Naja… Die Hopper haben eben das getan was sie immer tun: rumgeprollt, sich und andere blöd angemacht und die eigene Dummheit genossen. Dabei ist mir ein Hopper besonders aufgefallen, weil er die Hose so weit unten hatte, dass als er sich bückte um nem Hopperweibchen nen Abschiedsbussi zu geben, stand er plötzlich ganz ohne Hose da. Ich fand es wirklich lusitg, er wohl nicht ganz so… Das war vermutlich das einzige was mich von meinem Blackberry abgelenkt hat. Endlich in Rosenheim angekommen, wurde ich von der Kindermasse aus dem Zug gespült und etwas abseits der Menschenmasse stehen gelassen. Langsam ging ich Richtung Zeitungsladen und sah im vorbeigehen noch einen Geschäftsmann der vor einem dieser Bahn-Fenster steht und es als Spiegel benutzt hat um sich noch auf die Schnelle seine Krawatte zuzubinden. Eigentlich war es ein Anblick für Götter, aber statt stehenzubleiben und mir das etwas länger Anzuschauen ging ich genauso wie die Anderen einfach nur vorbei und tat so, als wäre es nichts ungewöhnliches.
Am Zeitungsladen holte ich mir schnell meine Herald Tribune und überflog die Schlagzeilen. Nichts interessantes. Ich packte die Zeitung weg und ging zur Arbeit. Unterwegs fand ich es nötig schnell bei der Bank vorbeizuschauen um die zweite Kinderflutwelle vorzulassen. Als ich wieder auf der Hauptstrasse stand stellte ich mit grösstem Vergnügen fest, dass ich vor mir 30 menschenleere Meter hatte und damit entspannt den Blick auf eine leere Strasse geniessen konnte ohne von raushängenden Hopperärschen und miteinanderplappernden Hausfrauen gestört zu werden.
Wie immer kurz vor 8 in der Arbeit angekommen, heute war die Bürotür schon offen und ich konnte sofort meinen Rechner hochfahren, schnell die Comics in der Herald durchschauen, Die Rückseite der Reeperbahn durchlesen und über die neuste Folge von ctrl+alt+del lachen. Die comics waren heute wieder richtig gut, vor allem non sequitur. Den hätte man fast zum Firmenmotto machen können.
Den fand Mr. T ebenfalls genial und wir haben eine extra Copie für die Pinwand gemacht.
In der Pause habe ich wahrscheinlich das Dämlichste gesehen was man auf der strasse treffen kann: Jugenpolizeibus. Ein uralter VW Bus von einem vermutlich blindem Sprayer im Hiphop Style „verschönert“. Hinten draufgesprayt: ein hässliches weibliches Wesen ohne Nase das ne kripoähnliche Lederjacke runterzieht um das „coole“ Polizeilogotatoo zu zeigen.
Die zweite Tageshälfte war gechillt, die Leute mim IQ über 130, sprich Mr. T, unsere Buchhalterin und ich, haben über Nietsche, Mitlon und Kant diskutiert. Irgendwann wurden wir leider unterbrochen und zwar von einem Kumpel, der wieder mal zu unfähig war seinen Router zu konfigurieren. Anruf aufs Handy – ne Stunde lang – hat mich davon befreit irgendwelche Unkosten verlangen zu wollen.
Am Bahnhof habe ich dann meinen guten alten Bekannten Shorty getroffen, son Gothictyp, der mittlerweile noch heruntergekommener war als sonst. Er hat versucht mir 15 Minuten lang zu erzählen wieviel Halbe er heute mal wieder verbraucht hat. (und wieviele gestern und wie toll er dann unterm Regen heimlaufen durfte) Seine frische Alkoholfahne, die mindestens nen halben Meter lang war, hat mich dazu gezwungen vorzeitig zu meinem Zug zu flüchten. Daheim habe ich ein paar gute Kumpels vorgefunden, die mir einen guten Abschluss für einen guten Tag ermöglicht haben.